Mittwoch, 30. November 2016

Alle reden über Trump, wir reden über Hofer

Alles regt sich auf, alle haben irgendwie ein ungutes Gefühl, vielleicht Angst vor dem neuen "mächtigsten Mann der Welt" und seinen Ideen. Die sozialen Medien sind voll von diesem Unmut nach der knappen Wahl von Donald Trump. Bei Heute ist Musik gab es vielleicht sinnvolle Ideen zum ganz privaten Umgang damit. Denn: Die Gefahr von Dumpfheit und Rechtspopulismus ist überall und leider viel zu nah dran.
L a s s t    u n s    l a u t   s e i n, jetzt, direkt vor der Präsidentschaftswahl in Österreich. Teilt diesen Artikel bitte massenweise: "Wie arg kann`s werden?" von Saskia Hödl am 30.11.16 in der taz. Bestimmt gibt es noch weitere informative Artikel dazu. Teilt die bitte auch.

Ich fasse kurz die Punkte zusammen, die für mich wie ein Horrorszenario klingen:
  • "In einem Interview mit dem Radiosender Ö1 sagte N.H. er wolle das Amt des Präsidenten und des Bundeskanzlers nach vorangegangener Volksentscheidung zusammenlegen." (Hatten wir hier in Deutschland schon mal im Rahmen der sogenannten "Machtergreifung". Wer in Geschichte aufgepasst hat, kennt die Folgen.)
  • "Den Vorarlberger Nachrichten sagte er im März: Wenn die Regierung bei ihrem Kurs bleibt, in der Flüchtlingsfrage, […], würde ich ein Gespräch mit ihr führen. Wenn das nicht taugt, steht am Ende die Entlassung an." (Das ist theoretisch - wenn auch nicht auf dem direkten Weg - möglich.)
  • "Der Bundespräsident ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres." (Im Klartext: Es ist noch mehr Macht möglich, auch über die Grenzen Österreichs hinaus.)
Warum ist das so schlimm? Weil Norbert Hofer ein klarer Rechtspopulist ist, der seine Meinung öffentlich schriftlich kundgetan hat. (Leider kennen wir auch das historisch. Hat damals leider keiner wirklich gelesen, verstanden oder ernst genommen. Da frage ich mich: Wie stumpf sind die Wahlberechtigten eigentlich? Bitte n e h m t    d a s    e r n s t    u n d    w ä h l t    a n d e r s !)

... und nun ein kleiner Ausschnitt, die Familienpolitik betreffend: "Die vom feministischen Dekonstruktionsehrgeiz zur selbstverwirklichungsverpflichteten Geburtsscheinmutter umdefinierte Frau sehnt sich nach einem ganzen Kerl, der ihr alle die emotionalen und ökonomischen Sicherheiten gibt, die eine junge Mutter braucht, um sich mit weitgehend sorgloser Hingabe dem Nachwuchs zuwenden zu können." (Übersetzt in einfache Sprache: Frauen wollen gar nicht selbstbestimmt sein. Frauen wollen sich nur um die Kinder kümmern. Dafür brauchen sie den richtigen Mann. Dieser soll viel Geld verdienen. - Und dazu sage ich ganz klar in wirklich einfacher Sprache: N E I N!)


Donnerstag, 24. November 2016

Nachmittags, halb drei, im Kreißsaal...

... ist in meiner einst bevorzugten Geburtstklinik kurz nach Schichtwechsel. Und gleichzeitig die Geburtstzeit meiner beiden Kinder. Ist schon scheiße, wenn man mitten im Schichtwechsel plötzlich zum Notfall wird und alle hochmotiviert im Stile US-amerikanischer Arztserien aufspringen, um schnell das Baby zu retten, auf welchem Weg auch immer. Diese Klinik rühmt sich mit einer niedrigen Kaiserschnittrate - klar, die haben ja auch eine Saugglocke und einen Wehentropf und Hebammen, die einfach mal "Pressen, Pressen" rufen, wenn man selbst entspannt sein mag. Darüber möchte ich zum Tag der Roses Revolution aber nicht schreiben.

Ich möchte lieber darüber schreiben, dass Familie Mensch bei der zweiten Geburt einen ganz tollen Vorlauf dort hatte: mit Vorgespräch, Geburtswunschliste, Hypnobirthing, Akupunktur. Ich möchte darüber schreiben, dass diese Klinik nebenan ist und Mama Mensch in einer Wehenpause zu Fuß rübergehoppelt ist (nachts um halb drei, da finden hier standardmäßig die Blasensprünge statt). Und dass es sich toll und selbstbestimmt angefühlt hat. Wie nett die Hebamme war, die uns in der warmen Sommernacht mit einem Eis in der Hand in den Kreißsaal bat...

Und nun GEHT DAS NICHT MEHR!
Nachts werden keine Geburten mehr angenommen, dann wird man "umgeleitet", so heißt es auf der Homepage. Warum? Weil der gleiche Träger eine Klinik mit Frühchenstation am anderen Ende der Stadt verwaltet, die aus Personalgründen überlastet war. Also schickt man einfach ein paar Hebammen - die jahrelang gute Arbeit geleistet haben - dorthin und macht hier dicht, also halbdicht. Gut, könnte man meinen, Mama Mensch jammert auf hohem Niveau, Frauen auf dem Land können auch nicht zu Fuß in den Kreißsaal gehen (vor allem auf Sylt nicht), soll sie doch eine halbe Stunde fahren. Dazu noch die Vorgeschichte: Im benachbarten Stadtteil gab es eine Frauenklinik mit ähnlicher Ausstattung wie hier. Die wurde erst saniert. Dann wurde sie geschlossen, also nicht halbdicht, sondern ganz dicht. Die Frauen dort haben weiterhin Kinder bekommen und sind logischerweise hierher ausgewichen. Als das Menschlein geboren wurde, war es hier spürbar überfüllt, nebenan lief die Bohrmaschine, um ein weiteres Entbindungszimmer zu bauen - aber ohne Personalaufstockung.

Deshalb gibt es eine virtuelle Rose, die sich nicht auf irgendein Geburtserlebnis bezieht, sondern auf die derzeitigen Strukturen nicht nur in dieser Stadt, auch anderswo. Sie machen es nahezu unmöglich, ein Kind entspannt und selbstbestimmt auf die Welt zu bringen.

Die Rose wurde gezeichnet von Martina Wald. Auf eine echte Rose verzichte ich aufgrund der Produktionsbedingungen. Vielleicht wäre ein saisonal-lokaler Tannenzweig ja auch passender.

Donnerstag, 17. November 2016

Papmama ist öde




Warum ich mich nicht äußern möchte: Weil ich es weder politisch noch unpolitisch, sondern stumpf langweilig finde: Richtig, das Thema A d v e n t s k a l e n d e r. Gestern mal krankheitsbedingte Netz-Pause gehabt und schon zerreißt sich die Elternworldwidewelt das Maul darüber, ob man das nun öffentlich machen darf oder nicht.
Wer sich für Adventskalender interessiert, den oder die muss ich enttäuschen: Papmama ist öde.
Papmama wird euch niemals Backrezepte, Nähanleitungen oder Klamöttchenbilder á la "Oh wie schön sind meine Kinderlein" präsentieren. Es wird auch keine romantisierten Beiträge zum Thema Elternsein oder Kinderhaben geben. Das heißt ja nicht, dass Mama Mensch als Schreibende kein durch und durch Positiver Mensch wäre und hier und dort zum Schmunzeln anregen möchte.
Warum möchte Papmama das nicht? Würde es sonst nicht mit Followern hageln? - Weil es einzig und allein dazu da ist, einen Gegenpol zu all den "Oh wie schön ist Mamasein"-Blogs zu sein!

Ja, es gibt im Hause Mensch auch kitschige Kinderbilder, die könnten wir auch gesichtslos von hinten machen. Ja, wir könnten uns auch an irgendwelchen "Ein Tag, haste nicht gesehen, wie viele Fotos"-Aktionen beteiligen und nebenbei den Adventskalender oder sonstwas Hübsches zeigen. Wir könnten auch dagegen pöbeln, pöbeln geht immer und macht Spaß. Dafür ist Papmama aber doch zu bastelaffin. Dafür ist mir das Private nicht politisch genug.

Ich finde ich es bedenklich, dass es Hillary Clinton angeblich geschadet hat, öffentlich zu äußern, dass sie keine Kekse backt. Bedenklich finde ich auch die Produktionsbedingungen von Kleinspielzeug, (das ja nicht zwangsweise in so einen Kalender gehört). Und hier wären wir bei den wirklich wichtigen Themen.

https://aufzehenspitzen.wordpress.com/2016/11/17/bastel-anleitung-zur-politisierung/
http://mama-notes.de/adventskalender-basteln-oder-das-private-ist-politisch/
http://frauruth.de/rotwein-vielleicht/
http://dasnuf.de/bastelgate/


 usw. usw.
Weitere Links dürfen gerne ergänzt werden.

Freitag, 11. November 2016

Gendergerechte Sprache, Teil 2

Letztes Jahr beim Laternenumzug hatten wir das Pferd verpasst, woraufhin dieses Jahr aus unserer Schnecke fast eine Gepardin wurde. Und yeah: Wir schafften es. Das Pferd hatte sogar einen geflochtenen Schweif und ließ sich anfassen. Tag gerettet! Dass eine Frau mit rotem Umhang und kein männlicher St. Martin drauf saß, interessierte nicht, der Mini-Mensch hat da ein recht offenes Verständnis.
Zu Hause dann: "Mama, hatte die M a r t o r i n den Mantel schon geteilt?" Sprachbewusstsein hat sie.

Dienstag, 8. November 2016

Der Song zu "Regretting Motherhood" - Achtung: Schlechte Musik!

Vorweg: Mich nerven diese männlichen Sänger (mag sie nicht Liedermacher nennen, weil ich nicht weiß, ob sie die Lieder wirklich selber machen, wie die wirklich guten ihrer Sorte), die Sehnsuchtstexte auf immer und immer dasselbe Harmonieschema singen. Oder ist es gar dieselbe Melodie? Wenn ich im Radio Fußball höre, muss ich da durch und es ist ja ganz gut, auch bezüglich des Allgemeingeschmacks ein wenig informiert zu sein.

Aha, nun gibt es also auch einen Song zu "Regretting Motherhood". Und er nervt mich musikalisch genauso wie inhaltlich.


Zu dem Thema hatte ich mich bisher gar nicht geäußert, trotz vielfältiger medialer Diskussion. Nur soviel: Für mich bedeutet das "Leben im Konjunktiv" - woher weiß ich denn, dass es mir ohne Kinder besser ginge? Das mein Leben so spektulär anders wäre? Es handelt sich meiner Ansicht nach um rein hypothetisches Jammern - oder meinetwegen auch Bereuen.

Eine kinderlose Singlefreundin (ja, eine der besten - sowas kann man auch mit Kindern haben und es tut gut!) sieht das anders. Sie sagt, es sei toll, dass öffentlich nun endlich mal auf den Tisch käme, dass mit Kindern eben nicht alles super sei und würde sie und andere von diesem gesellschaftlichen "bis Mitte 30 musst du Kinder und Familie haben"-Zwang befreien. Vielleicht hinterfragt der Song ja tatsächlich den bedingslosen Wunsch nach Familie uns setzt neue Denkwege bei jungen Frauen und Mädchen in Bewegung?

Fuckermothers kritisiert (zurecht) aus feministischer Sicht, dass es nur um Mütter geht. Aber keine Sorge, zum Konzept "Regretting Fatherhood" gibt es auch einen Song - und der ist musikalisch nicht unbedingt schöner.



(Edit: Bin mir nicht sicher, ob es das Original ist, einfach zu viel gecovert, der Song. Spielt auch hier keine Rolle.)
Schlagerspaß bei Seite: Natürlich ist diese Perspektive auch Mist. Projiziert sie doch den Sehnsuchtsgedanken einzig auf den männlichen Part der Eltern und legitimiert ihn damit - jahrzehntelang auf Partys gegröhlt - eben nicht automatisch bei Müttern.

... und nochwas: Mein Traum ist es übrigens nicht, barfuss auf Großstadtstraßen rumzulaufen. Und dass ich mit Kindern urlaubstechnisch nicht mehr als eine Woche (oder zwei) Sandstrand machen kann, ist auch ein Gerücht bzw. ein gesellschaftlicher Irrglaube.





Sonntag, 30. Oktober 2016

Grey stinks

Kinderartikel-Flohmarkt: ein Mikrokosmos für sich. Einige Freundinnen weigern sich dorthin zu gehen: zu stressig, zu teuer, zu billig, zu voll...  Andere lieben es: Günstiger Kuchen, günstige Kleidung, nette Leute...

Ich habe es getan: Gleich zweimal habe ich einen Stand gemacht, einmal in einer Kita, einmal in einem Freizeitheim. Einmal neben einer Freundin und einmal neben einer mir Unbekannten.

Bisher war ich als Besucherin dort. Da gab es Stände, die waren so Rosa, dass ich Zahnschmerzen bekam und schnell wegschauen musste. Alle anderen habe ich angeschaut, manchmal nach bestimmten Dingen wie Schneeanzug o.ä. gefragt oder hier und dort ein günstiges oder schönes Teilchen mitgenommen und gern auch ein bisschen gehandelt. Nachher war ich oft zufrieden, breitete die Sachen zu Hause aus und hatte meist den Geschmack des Mini-Menschen gut getroffen.

Wie sah dann mein Mädchen-Stand aus? Lila, Blau, Rot, Türkis, Grau, Grün, Blau, Pink, etwas Gelb, etwas Weiß, viele Ringel und Punkte, Tiermotive, Blumen und All-Over-Prints, einige DIY und Öko-Teile als Bonbon dazwischen. Ich fand ihn ganz vielfältig und beobachtete die Reaktionen: Manche suchten sich konkret die geschlechtsneutralen Sachen für ihre Jungen heraus. Andere machten Sprüche wie: "Meiner Tochter steht nur Rosa, da geht Dunkelblau gar nicht." Wieder andere freuten sich über Ringelmuster und achteten gar nicht auf die Farbe. Eine ältere Dame kaufte alle ungetragenen Geschenke im rosa-pinki Farbklang für ihre schwangere Tochter. (Ob das so abgesprochen war?) Manche teilten unseren Geschmack, andere suchten etwas Bestimmtes, die nächsten ärgerten sich über die falsche Größe und wieder andere stritten sich darüber, ob ihr Kind denn dieses oder jenes wirklich noch brauche.

Spannend: Beim Flohmarkt Nummer zwei stand ich neben einem Stand, der das gleiche Größenspektrum abdeckte, nur eben Jungensachen. Der Farbklang: Dunkelblau, Grau, ein paar andere Blautöne, wenig Weiß, wenig Braun, überwiegend einfarbig. Noch spannender: Sie bekam regen Zulauf von diversen Jungseltern. Die beachteten meinen Stand kaum: zu bunt oder zu pink?

In unserer Gesellschaft scheint ein gewisser Konsens darüber zu bestehen, dass Jungen bitte kein Rosalilapink zu tragen haben und selbst der kleinste Herzchenknopf kann schon problematisch sein. Ich habe mich nach meiner Flohmarktstand-Bestandsaufnahme mal umgeschaut und bin entsetzt: Besteht etwa auch Konsens darüber, dass Jungen sich schon im Baby- und Kindergartenalter in Grau und Dunkelblau, möglichst frei von irgendwelchen Mustern zu hüllen haben? Klar, gibt es ein paar Ausnahmen, aber die tragen dann meist unerschwingliche skandinavische Edelmarken. Ist Kindheit nicht bunt? Wo sind die Jungen in Rot, Blau, Türkis, Grün, Gelb, Orange geringelt, gepunktet und getupft?

Gestern fuhr der Mini-Mensch mit ihrem Fahrrad unter einem herbstgelben Baum und strahlend blauem Himmel. Sie trug auf eigenen Wunsch zwei verschiedene Ringelmuster, drei verschiedene Pinktöne zusammen mit Lila, Orange, Türkis und Gelb. Und ich war glücklich darüber, dass sie an diesem wunderschön bunten Herbsttag nicht irgendeinem Grau-Dunkelblau-Zwang unterliegen musste und wir ihr morgens diese zugegeben gewagte Kombination erlaubt hatten.

 Dazu auch: Pinkstinks: "Was wir nicht tun, ist Pink zu verteufeln."


Sonntag, 23. Oktober 2016

Bei meinem Kind habe ich das so gemacht ...

... das funktionierte immer gut, dass solltest du auch unbedingt so machen.
Oder: Weshalb ich keinen Bock auf Mama-Dogmen habe. Genau darüber dachte ich nach, als ich morgens in der Straßenbahn las, wie Jürn Kruse in seiner taz-Kolumne die vom Blog Rabeneltern zitierten "10 Gründe mit dem Baby zusammen im Familienbett zu schlafen" demontiert.

Grundsätzlich: Ich mag es gerne, wenn Argumente genauer hinterfragt werden und finde daher Gefallen an solchen Vorgehensweisen. Die Demontage hatte besonders bei Grund 7 einen gewissen Unterhaltungswert.
"Grund 7: Das Familienbett schütze Kinder vor gewalttätigen Eltern, „weil auf diese Weise am ehesten gewährleistet ist, dass alle ausreichend Schlaf bekommen“, ergo niemand übermüdet und angespannt sei.

Auf die Studie, die belegt, dass das Familienbett am ehesten gewährleiste, dass alle ausreichend Schlaf bekommen, warte ich noch."


Nur: Der Ausgangspunkt ist meiner Ansicht nach falsch gewählt. Es wird hier dargestellt, dass es beim eigenen Kind anders ist. Und hier ist mein Ansatzpunkt: Anders! Richtig: Jedes Kind ist anders! Es gibt mit Sicherheit einige tolle pädagogische Tipps, die bei bestimmten Verhaltensweisen eingesetzt werden können, klar. Dummerweise ticken gerade Babys besonders individuell. Spätestens bei meinen ausgedehnten Spaziergängen mit befreundeten Müttern - zu denen ich mit dem Mini-Menschen als einzigem Kind vor vier Jahren noch Zeit hatte - sollte ich das bemerkt haben. Allerspätestens beim zweiten Kind wird dies immer deutlicher:

1. Beide Sommerkinder können nicht die gleiche Kleidung tragen, weil sie in den entsprechenden Jahreszeiten nicht die gleiche Größe haben, weshalb ich nun hinter Schneeanzügen und Anoraks in zwei Größen herlaufen muss. Obwohl Papa Mensch das vor der Geburt so dachte. Obwohl es Tabellen gibt, die einem sagen, wie groß das Kind in Abhängigkeit der Körpergröße der Eltern zu werden hat - also beide Kinder bitteschön gleichgroß.
2. Der Mini-Mensch hat ihre Puppe von Anfang an geknutscht, geliebt, geherzt, in ihr Rollenspiel einbezogen, mit knapp über einem Jahr geduldig versucht, dieser Puppe eine Mütze aufzusetzen, natürlich auch "Puppe" zu einem ihrer ersten drei Worte erkoren.
Das Menschlein ist nun im gleichen Alter, gleiches Geschlecht und sagt lieber: "Brrrr, Brrrr" - das bedeutet sowas wie "Brumm" und bezieht sich auf Spielzeugautos, die Holzeisenbahn, das P*** Wutsch,  den Puppenwagen, eben alles, was sich dreht. An Puppen krabbelt sie jedoch nach einem kurzen Blick schnell vorbei. Nicht einmal auf das Geschlecht ist bei den Spielzeugvorlieben also Verlass.
3. Der Mini-Mensch wurde von uns mit ca. 10 Monaten abgestillt, weil ich keine Lust mehr hatte. Das Menschlein hat sich mit einem Jahr selbst abgestillt, obwohl ich bereit gewesen wäre, weiter zu stillen. Jetzt hat auch noch die Mama Vorlieben und was zu sagen. Oje, da wird es kompliziert.

Hiermit wären wir wieder bei den Dogmen. Stichwort: Langzeitstillen. Ich vermute, dass von vielen die gesellschaftliche Akzeptanz fehlt. Und ich vermute, dass es genau deswegen diese Fraktion gibt, die dies so kompromisslos propagiert und von der anderen Seite dann "Stillmafia" genannt wird.
Und dann gibt es Mama Mensch und die bleibt dabei: Jedes Kind ist anders. Jede Familie und Familiensituation auch. Und Erwachsene ebenso.

Viel Spaß beim Anderssein!